Hundertwasser arbeitete in zahlreichen grafischen Techniken, darunter Lithografie, Siebdruck, Radierung und Farbholzschnitt. Er war ein Vorreiter beim Einsatz neuer Materialien und der Entwicklung neuer Techniken.
Im Siebdruck erschloss Hundertwasser ein breites Spektrum experimenteller Techniken, darunter Metallprägungen, fluoreszierende und phosphoreszierende Farben, reflektierende Glasstaubauflagen oder Applikationen aus Filzfasern. Dadurch erzielte er nicht nur leuchtende, kraftvolle Farbwirkungen, sondern Bildwirkungen voller Tiefe, Bewegung und magischer Intensität.
1961 nahm Hundertwasser in Japan Kontakt zu Holzschnittmeistern auf, die noch die Technik des Ukiyo-e beherrschten, wie sie Utamaro, Hokusai und Hiroshige verwendet hatten. Er wollte der dort üblichen Wiederholung alter Motive neue Impulse verleihen und wurde so der erste europäische Maler, dessen Werke von japanischen Meistern geschnitten und gedruckt wurden.
Auch in der Radierung wählte Hundertwasser bewusst effektvolle Druckprozesse. Durch Kombination mit Aquatintatechnik entstanden malerische Wirkungen. Mit Hilfe der Technik der Chine collé, bei der dünne, oft farbige oder handgeschöpfte Papiere während des Druckvorgangs auf das Hauptpapier aufkaschiert werden, gelangen ihm ungewöhnliche Materialkontraste, eine gesteigerte Bildtiefe und auch plastische Wirkungen.
Die druckgrafische Vervielfältigung eines Bildes hatte für Hundertwasser etwas von der Sterilität der geraden Linie. Sein Ziel war es, die Gleichförmigkeit identischer Abzüge durch die Vielfalt von Farbversionen innerhalb einer Auflage zu überwinden. Mit den 10.002 Exemplaren der Grafik 860 10002 Nights Homo Humus come va how do you do durchbrach er die Monotonie des Drucks – jedes Blatt unterscheidet sich vom anderen und ist ein Unikat.
Hundertwasser war einer der Ersten, der eine völlige Transparenz der Technik, der Entstehungsdaten und Auflage für jedes einzelne Blatt forderte und einhielt. Auf vielen Grafiken finden sich Auflistungen von Farbvarianten, technischen Verfahren und Auflagenangaben. Viele seiner Druckauflagen bestehen aus mehreren Farbversionen und Varianten, die Teil der gesamten Auflage sind und nicht als eigene Auflage nummeriert wurden.